../img/nav_aktuelles_heft.gif
../img/nav_kiosk.gif
../img/nav_ratgeber_recht_a.gif
../img/nav_thema_der_woche_a.gif
../img/nav_gesetzestexte.gif
../img/nav_rechtsberatung.gif
../img/nav_urteilssuche.gif
../img/nav_urteils_datenbank.gif
../img/nav_raetsel_und_spass.gif
../img/nav_unsere_partner.gif
SIE BEFINDEN SICH HIER:  Ratgeber Recht / Thema der Woche Sat 26. May 2018

Außergerichtliche Schuldenbereinigung und Verbraucherinsolvenz

Kataloge und Internet bieten tolle Schnäppchen und eine günstige Finanzierung an. Anfangs konnte Heiner S. noch ganz bequem die Raten bezahlen. Als die Miete erhöht wurde, das Auto kaputt ging und sein Arbeitgeber pleite ging, waren die Kredite dann zu hoch. Alle Gläubiger kann Heiner S., der keine neue Arbeit findet, nicht mehr bezahlen.

Wie entkomme ich der Schuldenfalle?

Ein letzter Hoffnungsschimmer für überschuldete Haushalte kann die Verbraucherinsolvenz sein, die auch Private Insolvenz genannt wird.

Wer kann in Privatinsolvenz gehen?

Natürliche Personen, die keine selbständige berufliche Tätigkeit ausüben oder ausgeübt haben. Aber auch Selbstständige, deren Vermögensverhältnisse überschaubar sind (weniger als 20 Gläubiger).

Kann ich sofort Insolvenz beantragen?

Nein. Zuerst kommt die außergerichtliche Schuldenbereinigung. Der Schuldner muss versuchen, sich mit seinen Gläubigern außergerichtlich auf der Grundlage eines Plans zu einigen (Stundung, Raten, Erlasse). Meist wird hierzu ein Rechtsanwalt oder eine karitative Einrichtung eingeschaltet.

Wenn aber keine außergerichtliche Einigung zustande kommt?

Dann muss beim Insolvenzgericht schriftlich die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt werden.

Was muss dem Gericht vorgelegt werden?

  • Eine Bescheinigung, dass eine außergerichtliche Einigung innerhalb der letzten sechs Monate vor dem Eröffnungsantrag erfolglos versucht worden ist

  • Ein Antrag zur Restschuldbefreiung

  • Verzeichnisse über Gläubiger, Forderungen und Vermögen

  • Ein Schuldenbereinigungsplan


Welche Pflichten hat der Schuldner?

Für sechs Jahre (Wohlverhaltensperiode) muss er den pfändbare Teil seines Einkommens an einen Treuhänder abtreten. Dieser verteilt das Geld anteilig an alle Gläubiger. Beispielsweise muss ein Arbeitsplatzwechsel dem Gericht und dem Treuhänder gemeldet werden. Erbt der Insolvenzschuldner, muss er die Hälfte seiner Erbschaft an den Treuhänder abgeben.

Was folgt auf die Wohlverhaltensperiode?

Das Gericht erlässt die restlichen Schulden. Die Restschuldbefreiung muss aber vom Schuldner beantragt werden!

Kann die Restschuldbefreiung von den Gläubigern versagt werden?

Ja, wenn der Insolvenzschuldner unredlich war. Etwa wenn er unrichtige Angaben gemacht hat oder keiner angemessenen Arbeit nachgegangen ist.

Wo kann ich mich über die Privatinsolvenz informieren?

Eine Vielzahl von kirchlichen und sozialen Einrichtungen bieten Beratung und Betreuung an.

Wie bekomme ich Infomaterial?

Wenden Sie sich an das Bundesministerium für Justiz, Mohrenstraße 37, 10117 Berlin, Telefon: (0 18 88) - 5 80 - 0. Im Internet (www.bmj.bund.de) können vom Bundesjustizministerium unter dem Stichwort Verbraucherinsolvenz neben Broschüre auch Vordrucke kostenlos herunter geladen werden.