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SIE BEFINDEN SICH HIER:  Ratgeber Recht / Thema der Woche Sat 26. May 2018

Skiunfall, Autocrash oder Arztfehler: Wann steht mir Schmerzensgeld zu?

Den Winterurlaub verbringt Familie Bauer wie jedes Jahr in den Bergen. Sie freuen sich aufs Ski fahren und Snowboard fahren. Doch schon am ersten Tag passiert es: Vater Bauer wird von einer Pistenraupe übersehen und angefahren. Auch wenn zum Glück nicht viel passiert ist, möchte Vater Bauer ein Schmerzensgeld als Entschädigung für den Schreck.

Gibt es immer automatisch Schmerzensgeld?

Nein. Denn eigentlich werden nach unserer Rechtsordnung nur Vermögensschäden ersetzt. Für einen immateriellen Schaden (Schmerz, Trauer, usw.) muss der Schädiger nur bezahlen, wenn ganz bestimmte Voraussetzungen vorliegen.

Wann gibt es Schmerzensgeld?

Dies ist in § 253 BGB gesetzlich geregelt. Schmerzensgeld ist grundsätzlich beschränkt auf Fälle, in denen Schadensersatz verlangt werden kann wegen einer Verletzung:

  • des Körpers,

  • der Gesundheit,

  • der Freiheit

  • der sexuellen Selbstbestimmung.


Welche Funktion hat das Schmerzensgeld?

Einerseits soll der immaterielle Schaden des Opfers ausgeglichen werden. Andererseits soll es dem Verletzen Genugtuung verschaffen für das, was ihm angetan wurde.

Kann ein Schmerzensgeldanspruch auch ganz entfallen?

Ja. Etwa wenn das Wohlbefinden des Verletzten nur kurzfristig und unerheblich beeinträchtigt wurde.

Wie viel wird gezahlt?

Wenn man sich nicht außergerichtlich einigen kann, bestimmt das Gericht wie viel Schmerzensgeld angemessen ist. Entscheidend sind Art und Dauer der Verletzungen unter Berücksichtigung aller maßgeblichen Umstände des konkreten Einzelfalles. Achtung: Die Gerichte sind sehr zurückhaltend. Es gibt eine Geringfügigkeitsgrenze.

Wo kann ich zur Schmerzensgeldhöhe nachschlagen?

Der ADAC sammelt stets aktuelle Präzedenzfälle von allen deutschen Gerichten. Diese Sammlung (Schmerzensgeldtabelle, Hacks/Ring/Böhm) ist mittlerweile als unverbindliche Richtschnur sehr gebräuchlich. Im Buchhandel erhältlich sind auch noch einige andere Angebote. Ein Gericht wird die Beträge einer Tabelle aber nicht als alleinige Grundlage der Schmerzensgeldhöhe verwenden. Es kommt eben stets auf die konkreten Umstände des Einzelfalles an.

Wie werden Ansprüche gestellt?

Wenden Sie sich schriftlich an den Schädiger und dessen Versicherung. Fordern Sie zunächst ein angemessenes Schmerzensgeld und warten Sie ab, welcher Betrag angeboten wird. Falls auf Ihre Schreiben nicht reagiert wird, müssen Sie klagen. Wird das Schmerzensgeld verweigert oder nur geringer Betrag angeboten, wenden sie sich am Besten an einen Rechtsanwalt. Dieser wird den Schmerzensgeldanspruch prüfen und falls nötig, einklagen.