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SIE BEFINDEN SICH HIER:  Ratgeber Recht / Thema der Woche Sat 26. May 2018

Betreutes Wohnen: Wie viel Zuschuss gibt es vom Staat?

Barbara F. schafft nicht mehr jeden Handgriff in ihrem Haushalt alleine, seit ihr eine künstliche Hüfte eingesetzt worden ist. Zudem befürchtet sie, nach einem Sturz nicht mehr alleine hoch zu kommen. Ihr Sohn hat deshalb für die 75-Jährige eine Appartement in einer Anlage für betreutes Wohnen gemietet.

Doch welchen Service kann die Rentnerin dort erwarten, und welche Extra-Kosten muss sie sich gefallen lassen?

Es gibt von Einrichtung zu Einrichtung sehr große Unterschiede. Erkundigen Sie sich vorher bei mehreren Anbietern.

Worauf hat man Anspruch?

Auf das, was im Vertrag zugesagt ist. Prüfen sie deshalb unbedingt vor dem Einzug den Vertrag. Geregelt sein sollten die Leistungen der Grundpflege. Achten Sie insbesondere auf detaillierte Beschreibungen von Unterkunft und Verpflegung: etwa ob Sie ein Doppelzimmer ein Appartement gemietet haben und wie dieses technisch ausgestattet ist. Prüfen Sie, ob Sie Ihr eigenes Mobiliar mitbringen dürfen und lesen Sie nach, ob Cafeteria, Bibliothek oder weitere Räume kostenlos genutzt werden können.

Kann man auch als Hartz-IV-Empfänger in jede Anlage ziehen?

Betreutes Wohnen für Senioren ist eine reine private Angelegenheit und nicht mit einem Seniorenheim oder gar einem Pflegeheim vergleichbar. Gesetzliche Regelungen oder Ansprüche gibt es grundsätzlich nicht.

Welche Zuschüsse gibt es?

Wenn die Vorlaussetzungen vorliegen kann Wohngeld beantragt werden. Dies ist ein staatlicher Zuschuss zu den kosten für den Wohnraum. Ob ein Anspruch auf Wohngeld besteht und in welcher Höhe, hängt unter anderem von der Höhe des Familieneinkommens ab.

Wie lange kann man dort wohnen bleiben?

Solange es der Gesundheitszustand zulässt. Wenn eine intensive medizinische Betreuung - auch nachts - notwendig wird, sollte man durchaus den Umzug in ein Pflegeheim in Betracht ziehen.

Ich habe nur eine geringe Rente. Übernimmt das Sozialamt die Kosten für das Pflegeheim?

Reichen die monatlichen Einkünfte, Vermögen und ggf. Unterhaltsleistungen der Verwandten nicht, um die von der Pflegekasse nicht gedeckten Heimkosten zu tragen, kann Renate K. einen Antrag auf ergänzenden Sozialhilfe stellen. Tipp: Wenn das eigene Vermögen nicht gleich verwertet werden kann, weil beispielsweise sich ein Haus gar nicht so rasch verkaufen lässt, kann die Sozialhilfe auch als Darlehen gewährt werden.

Wer muss im Pflegefall zahlen?

"Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren", so steht es im Gesetz. Dabei versteht man unter "in gerader Linie verwandt" solche Personen, bei denen eine von der anderen abstammt. Unterhalt ist keine "Einbahnstraße": Vielmehr kann es vorkommen, dass Kinder ihren Eltern und in besonderen Ausnahmefällen sogar ihren Großeltern zum Unterhalt verpflichtet sein können.

Was lässt sich steuerlich absetzen?

Wer einen Angehörigen regelmäßig unterstützt - etwa Kinder ihre Eltern -, kann Zahlungen bis zu 7680 Euro als außergewöhnliche Belastungen steuerlich absetzen. Zu den typischen Unterhaltsaufwendungen zählen Kosten für Kleidung, Verpflegung und Wohnung. Auch die Pflegekosten können abgesetzt werden. Allerdings muss, damit es das Finanzamt anerkennt, der Pflegebedürftige hilflos sein; das Kind darf keine Vergütung oder Kostenerstattung dafür erhalten. Auch das Pflegegeld aus der Pflegeversicherung dürfen sie nicht für sich selbst, sondern nur treuhänderisch zum Wohl des Betreuten ausgeben.