Rechtsanwalt Ulf Gunter Berger-Delhey, Mitglied der Rechtsabteilung von Hubert Burda Media in der Kanzlei Prof. Schweizer, ist am 14. Oktober unerwartet verstorben. Der Verlust ist sowohl für die Kanzlei wie auch für die zahlreichen ihm bekannten Mitarbeiter des Hauses Hubert Burda Media und sicher für seine vielen Freunde und gute Bekannten unermesslich.

Ulf Berger-Delhey wurde am 6. Januar 1956 in Görlitz geboren. Nach Abitur und Bundeswehr studierte er ab 1976 Rechtswissenschaften an der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz. Die beiden juristischen Staatsexamen bestand er jeweils mit Auszeichnung. Von 1985 bis 1988 arbeitete er als Volljurist beim Hessischen Arbeitgeberverband der Gemeinden und Kommunalverbände (HKAV) und anschließend als Justitiar beim Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, VDZ. Am 1. September 1997 wechselte er in die Rechtsabteilung von Hubert Burda Media.

In mehreren Rechtsbereichen war er mit führend; vor allem in der Rechtspolitik, im Urheber- und im Datenschutzrecht sowie im Arbeits- und Vertriebsrecht. Im Bereich von Presse und Verlage war er in jedem Rechtsgebiet erfahren. Man hält es kaum für möglich: 120 Abhandlungen in Fachzeitschriften zum Arbeitsrecht, zum Sozialrecht und zur Forensik sowie Urteilsanmerkungen verdankt ihm die Fachwelt. Immer wieder bauen Schrifttum und Gerichtsurteile - Ulf Berger-Delhey ausdrücklich zitierend - auf seinen Arbeiten auf. Seine fünf Bücher kennzeichnen ihn und bleiben vorbildlich, darunter: "Die Betriebsveranstaltung - Steuerrecht, Arbeitsrecht, Sozialrecht" oder "Mit Menschen erfolgreich zusammenarbeiten", verfasst mit einem befreundeten Journalisten, Verlagsmanager und Tarifexperten Herbert Ludz. Viele Burda-Mitarbeiter werden sich an seine Referate zur Fortbildung erinnern. Sie haben ihm, nicht zuletzt wegen des sehr positiven Echos, große Freude bereitet.

Ulf Berger-Delhey war ein Mensch, der stets gegeben hat. "Do ut des" („Ich gebe, damit Du gibst“), um es mit seinem geliebten Latein zu sagen, galt bei ihm nicht. Nach Gegenleistungen stand ihm nicht der Sinn. Wann je hat er jemandem, der seine Hilfe benötigte, etwas abgeschlagen? Und es waren viele, denen er wirkungsvoll und aufopfernd in all den Jahren half. In den fünfzehn Jahren bei uns in der Rechtsabteilung gab es nie ein böses Wort gegen ihn oder von ihm. Wenn einmal am Montagmorgen keine Pralinen auslagen, war er wohl auf einer Reise. Oft führten ihn seine Urlaubsreisen nach Israel. Dreizehn- oder vierzehnmal hat er das Land bereist. Er kannte Jerusalem, Tel Aviv, Jaffa, Masada, Bethlehem, Haifa wie seine Heimat. Meist war er in Jerusalem, pflegte im christlichen Viertel zu wohnen und war dort bestens vernetzt. Werner Höck, ehemaliger Personaldirektor des Hauses, erinnert sich an eine gemeinsame Reise und an eine Ordensschwester, die Ulf Berger-Delhey im Aufzug begrüßte: „Ach schön, Sie sind wieder hier“. Eine neue Tour war für den April 2012 geplant.

All das sei hier erwähnt, weil es den Menschen Ulf Berger-Delhey ausmachte. Ganz im humboldtschen Sinne zur Ausbildung und Vervollkommnung der Persönlichkeit und Individualität war er zudem ein umfassend gebildeter und belesener Mensch, außerdem politisch informiert und aufgeschlossen gegenüber Ethik, Kunst. Musik und Geschichte. Ein Freund erinnert sich: „Während einer Nachtfahrt im Zug reihte er mir die Herrscher des römischen Kaiserreichs zeitlich geordnet auf, garniert mit deren Verdiensten. Anlass war der Film Imperator und eine Frage von mir."

Hervorzuheben bleiben seine Toleranz, seine Nächstenliebe, seine Loyalität, sein Sinn für Humor sowie seine ausgeprägte Kompromiss- und Friedensfähigkeit.

All dies wird es mit ihm nun nicht mehr geben. Wir sind sehr viel ärmer geworden.

Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten den Angehörigen des Verstorbenen.

Prof. Dr. Robert Schweizer mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern