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SIE BEFINDEN SICH HIER:  Ratgeber Recht / Thema der Woche Sun 22. July 2018

Familienkrieg wegen Opas wertvoller Schenkung

Opa Paul (78) hat seiner Lieblingsenkelin Mona (25) einen wertvollen Ring geschenkt. Als seine beiden Töchter davon erfahren, sind sie entsetzt. Denn sie gehen davon aus, dass sie als nächste Verwandten beim Erbe zuerst bedacht werden sollten. Allerdings sieht das Paul anders, denn schließlich lebt er ja noch und kann sein Hab und Gut schenken, wem er mag.

Was darf alles verschenkt werden?

Im Prinzip kann Opa alle Vermögensgegenstände verschenken, die ihm gehören. Achtung: Rechtlich komplexe Übertragungen von beispielsweise Grundbesitz oder Geschäftsanteilen müssen notariell beurkundet werden!

Wem darf Opa etwas schenken?

Jeder juristischen Person, also etwa auch gemeinnützige Stiftungen. Natürlich kann er erst Recht jeder natürlichen Person, wie etwa seiner Enkelin etwas schenken.

Kann Opa die Schenkung des Ringes widerrufen?

Nur wenn die Beschenkte groben Undank zeigt. Etwa wenn sich die Enkelin einer schweren Verfehlung gegen den Schenker schuldig macht. Die Anforderung an den Widerruf ist allerdings sehr hoch. Beispielsweise muss das Leben des Schenkers oder dessen naher Angehöriger bedroht worden sein.

Was passiert, wenn Opa plötzlich völlig mittellos ist?

Dann kann er wegen Verarmung verlangen, dass ihm die Enkelin das Geschenk, wenn sie es noch hat, zurückgibt. Sind seit der Übergabe des wertvollen Rings mehr als zehn Jahre vergangen, ist die Rückforderung ausgeschlossen.

Was können die Töchter tun?

Zunächst müssen sie zusehen, wie "ihr" Erbe verschenkt wird. Sobald sie Alleinerben geworden sind, können sie in der Regel Ansprüche gegen die beschenkte Enkelin geltend machen. Ausnahme: Zwischen der Ringübergabe und dem Erbfall liegen mehr als zehn Jahre. Bei üblichen Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenken besteht ebenfalls kein Anspruch.

Haben die Töchter Ansprüche, wenn sie im Testament nicht als Erbe bedacht werden?

Sie haben zunächst einen Anspruch auf den Pflichtteil. Sie können von den Erben zusätzlich eine Ergänzung des Pflichtteils wegen Schenkung fordern. Die Zeitgrenze von zehn Jahren gilt auch hier.

Was gilt bei einem Erbvertrag?

Zu Lebzeiten kann über das eigene Vermögen frei verfügt werden. Allerdings kann der Vertragserbe, dessen Erbschaft wegen der Schenkung weniger wurde vom Beschenkten die Herausgabe des Geschenkes fordern. Der Anspruch entsteht aber erst nach dem Erbfall! Der Vertragserbe muss beweisen können, dass der Verstorbene die Geschenke nur deshalb gemacht hat, um das Erbe zu schmälern. Ein Anspruch ist ausgeschlossen, wenn der Erblasser ein lebzeitiges Eigeninteresse an der Schenkung hatte.