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Wir freuen uns sehr, dass Sie Ihren Weg zu uns gefunden haben. Kanzlei Prof. Schweizer - Die erste virtuelle Kanzlei

Die neuesten Meldungen aus dem Umkreis der Kanzlei

Hier publizieren wir regelmäßig auch sogenannte Primärveröffentlichungen, insbesondere Gerichts­entscheidungen und Nachrichten, die zuvor von den Gerichten selbst oder von Fachzeitschriften noch nicht veröffentlicht worden sind. Außerdem stellen wir Urteile und andere Neuigkeiten oft in einen größeren Rahmen. Wir erläutern und kommentieren (auch mit dem Ziel, dass Ihnen über „Suche” eine Fundgrube mit nützlichen Hinweisen zur Verfügung steht). Quellenhinweis: Wer Erstmitteilungen, Erläuterungen und Kommentare wiedergibt und weiterverbreitet, muss auf die Quelle hinweisen.
Aktualisierung: Wenn ältere Eintragungen "überholt" werden, zum Beispiel Urteile erster Instanz durch neuere Entscheidungen, bemühen wir uns, beim älteren Eintrag auf die Entwicklung hinzuweisen. Wir können jedoch nicht garantieren, dass jeder ältere Eintrag aktualisiert wird.

Donnerstag, 25. August 2016

Der Bundesgerichtshof rüttelt weiter an der absoluten Sperrwirkung von Domains

In einem gestern bekannt gegebenen Urteil vom 24. März 2016, Az. I ZR 185/14, entschied der BGH immerhin:
Wird zu dem Zeitpunkt, in dem ein gleichnamiger Prätendent erstmals Ansprüche auf den Domainnamen anmeldet, unter dem Domainnamen im Internet lediglich der Hinweis "Hier entsteht eine neue Internetpräsenz" angezeigt, rechtfertigt dies nicht die Annahme, dass die Registrierung des Domainnamens im Auftrag des Namensträgers erfolgt ist.

Anmerkungen:
1.
Weithin bekannt ist: Jeder Domainname kann nur einen Computer repräsentieren und deshalb weltweit nur einmal vergeben werden. Ein Domainname ermöglicht folglich, alle anderen identischen Namen zu sperren.
2.
Aus dieser Besonderheit folgen Probleme wie Domaingrabbing und Domainparking. Es gibt aber auch den noch einfacheren Fall, dass jemand nur so - ohne dass man recht weiß, warum - mit einem Namen wie beispielsweise Klug - www.klug.de - alle anderen www.klug.de ausschließt. In einem dem Unterzeichner bekannten Fall ver- oder behindert jemand mit seiner Namensdomain jeden Tag vermutlich abertausende Aufrufe, weil andere Namensinhaber auf Abweichungen vom Namen ausweichen mussten. Der Blockierer hat von Anfang an, seit dem vergangenen Jahrtausend, seine Domain ausschließlich mit dem ganz normalen Foto eines älteren Mannes bestückt. Es wurde nie etwas geändert. Der Blockierer war nie bereit, doch wenigstens die Domain zu „verkaufen”.
3.
Eine repräsentative Umfrage würde ergeben, vermutet der Verfasser dieser Zeilen nach seinen Erfahrungen in der Rechtstatsachenermittlung, dass vom relevanten Verkehrskreis 90 % der Personen annehmen: Der Blockierer geht zu weit; das Gesetz sollte dieses Verhalten nicht schützen.
4.
Juristische Folge: Rechtsmissbrauch und damit Pflicht zur Unterlassung bzw. Beseitigung.

Mittwoch, 24. August 2016

Betriebliche Altersvorsorge

So betitelt die Ausgabe 36/2016 der FREIZEIT REVUE das „Rechtsthema der Woche”. Weitere Informationen finden Sie im FREIZEIT REVUE Ratgeber Recht.

Dienstag, 23. August 2016

Benutzen Sie einen Anzug nur beruflich? Sie werden ihn voraussichtlich steuerlich dennoch nicht absetzen können.

Das Finanzgericht hatte diesen Fall zu entscheiden:
Ein angestellter Orchestermusiker war (und ist wohl noch) dienstvertraglich verpflichtet, bei Konzerten eine schwarze Hose und ein schwarzes Sakko zu tragen. Vertraglich steht ihm dafür monatlich ein lohnsteuerpflichtiges Kleidergeld zu. In seiner Einkommensteuererklärung machte der Musiker für die Anschaffung eines schwarzen Sakkos und zweier schwarzer Hosen 550 Euro als Werbungskosten geltend. Das Finanzamt erkannte diese Aufwendungen nicht als Werbungskosten an.
Begründung:
Es handele sich bei den Kleidungsstücken nicht um typische Berufskleidung. Sie könnten auch privat genutzt werden und seien deshalb der privaten Lebensführung zuzuordnen. Eine private Nutzung der Kleidungsstücke habe der Arbeitgeber dem Kläger auch nicht untersagt.Eine Aufteilung der gemischt veranlassten Aufwendungen komme nicht in Betracht, weil die Anschaffung bürgerlicher Kleidung grundsätzlich vom Werbungskostenabzug ausgeschlossen sei.
Urteil des Finanzgerichts Münster vom 13.7.2016, Az.: 8 K 3646/15.
Anmerkung:
Das Urteil sieht einen Unterschied zur Kleidung der Leichenbestatter oder eines Oberkellners. Deren schwarze Kleidung sei berufstypisch. Die Kleidung des Orchestermusikers diene dagegen allein dem festlichen Erscheinungsbild des gesamten Orchesters. Sie solle nicht eine herausgehobene Position des Musikers unterstreichen und könne eben auch zu privaten festlichen Anlässen getragen werden.

Montag, 22. August 2016
Sonntag, 21. August 2016

Ziel erreicht bei den olympischen Sommerspielen? Das Motto oder - besser noch - die „Spiele” müssen geändert werden.

Citius, altius, fortius (schneller, höher, stärker) ist das Motto der Olympischen Spiele. Es wurde von Pierre de Coubertin nach einer Idee des französischen Paters Henri Didon vorgeschlagen und zum ersten Mal während der Olympische Sommerspiele 1924 zitiert.
Pierre Baron de Coubertin war ein französischer Pädagoge und Historiker und schließlich Sportführer. Geboren ist er im Januar 1863 in Paris. Im September 1937 ist er in Genf verstorben.
Die ersten Olympischen Spiele wurden der Überlieferung zufolge im antiken Griechenland im Jahr 776 v. Chr. abgehalten. Im Jahre 393 n.Chr. wurden die antiken Spiele vom römischen Kaiser Theodosius I. als heidnischer Kult verboten.
Die Idee der Olympischen Spiele der Neuzeit geht darauf zurück, dass 1875 bis 1881 deutsche Archäologen die antiken Spielstätten von Olympia ausgruben. Sie brachten Coubertin auf die Idee, Wettkämpfe im Stil der antiken Spiele auszutragen. Er versuchte, andere Komitees und Sportorganisationen, von seiner Idee zu überzeugen. 1894 beschlossen die internationalen Athletikverbände in Paris die Wiedereinführung der Spiele und gründeten das Internationale Olympische Komitee (IOC). Coubertin wurde erster Generalsekretär. Erster Präsident wurde der Grieche Vikelas. Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden 1896 statt.

Anmerkung
Nachdem der voranstehende Beitrag verfasst worden war, prangerte Pastor Alfred Buß in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der ARD-Sendung „Wort zum Sonntag” an, - wie wohl zuerst auch FOCUS ONLINE berichtete:
Das Paradoxon der Whistleblowerin Julia Stepanowa, die von Rio ausgeschlossen wurde, nachdem sie "offenlegte, wie Staatsdoping geht", illustriert für Buß den scharfen Konflikt. "Angebliche ethische Defizite" seien der Grund ihrer Demission.
Buß folgert:
"Der größte Verstoß gegen die olympische Idee ist jetzt wohl Zivilcourage. Die Botschaft an die Olympioniken ist klar - Klappe halten, oder ihr fliegt raus!"
"Muhammad Ali hat seine Seele nicht preisgegeben"

The show must go on, unbarmherzig, emotionslos, wenn es sein muss: kaltblütig. Meistens muss es sein. Für Rio 2016 verloren Zigtausende ihre (spärliche) Behausung, die Giganten-Spiele werden von Steuergeldern finanziert, vom Gewinn aber profitiert nicht das brasilianische Volk.
Buß erinnert an Rom 1960, als ein 18-jähriger Boxer die Goldmedaille gewann, später seinen Namen ablegte, weil er aus der Sklavenzeit stammte, zum Islam konvertierte, den Kriegsdienst in Vietnam verweigerte, seine Boxlizenz und alle Titel verlor; es drohte das Gefängnis.
Und doch blieb Muhammad Ali "unbeirrbar im Einsatz für Menschen und Bürgerrechte", lobt Alfred Buß. "Als er starb, verneigte sich die Welt vor ihm. Die Leute spürten, dass sich hier einer geweigert hatte, seine Seele preiszugeben."
„Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und doch Schaden an seiner Seele nähme?”

Samstag, 20. August 2016

Wenn's 'mal läuft: Wer kennt dieses Gefühl nicht?

„In so einem Moment denkst du, du könntest noch 100 Jahre weiterturnen.“
So der 28-Jährige Kunstturner Fabian Hambüchen beim Abschluss seiner Karriere mit einem Olympiasieg am Reck.
Hambüchen ist der erfolgreichste Deutsche der Turngeschichte. Insgesamt gewann er 27 Medaillen bei internationalen Meisterschaften, darunter auch Olympiabronze in Peking 2008 und Silber vor vier Jahren in London.
Spiegel-Online schreibt: Hambüchen hatte sich nach Platz eins im Vorkampf bemüht, die hohen Erwartungen zu dämpfen. Gleich als Erster der acht Finalisten musste er ans Reck. Hambüchen hatte sich bei seiner Übung für die bewährte 7,3-Variante entschieden, die ihm in Rio zuvor zweimal perfekt gelungen war. "Ich muss sauber durchkommen, und ich muss stehen", hatte Hambüchen vorher gesagt. Das gelang. ..Alle Konkurrenten kamen danach nicht mehr an den Bestwert von Hambüchen heran, dessen langes Zittern schließlich mit Gold belohnt wurde.

Freitag, 19. August 2016

Fußball Frauen Finale, Frau Neid fehlt noch dieser Titel. Ob Oliver Kahn heute Nacht voller Leidenschaft der Trainerin der Frauen-Nationalmannschaft die Daumen drückt?

Trainerin Silvia Neid über Parallelen und Unterschiede zwischen den ehemaligen Nationaltorhütern Torfrau Nadine Angerer und Oliver Kahn: "Sie wirkt auch sehr souverän - aber im Gegensatz zu Oliver Kahn kann sie Fußball spielen."
Das Finale - gegen die Nationalmannschaft von Schweden - beginnt um 22:30 Uhr.

Donnerstag, 18. August 2016

Tücken beim Freundschaftsdienst: So geht’s ohne Pech und Pannen

So betitelt die Ausgabe 35/2016 der FREIZEIT REVUE das „Rechtsthema der Woche”. Weitere Informationen finden Sie im FREIZEIT REVUE Ratgeber Recht.

Mittwoch, 17. August 2016

Vorsicht mit Drohungen gegenüber Vorgesetzten und Arbeitgebern

Fein geht es nicht immer zu. Aber: Wenn ein Arbeitnehmer so verletzt und unbeherrscht ist, dass er einem Vorgesetzten telefonisch droht: „Ich stech' Dich ab”, dann darf dem Arbeitnehmer trotz mehr als 25-jähriger Betriebszugehörigkeit ohne Abmahnung fristlos gekündigt werden.
So entschieden hat das Arbeitsgericht Düsseldorf vorgestern; Urteil vom 15.8.2016 (Az.: 7 Ca 415/15).
Fraglich war noch, ob es überhaupt der Arbeitnehmer war, der den Vorgesetzten angerufen hat. Das Gericht hat jedoch angenommen, die Beweisaufnahme habe den Verdacht bestätigt. Begründet hat das Arbeitsgericht sein Urteil nach der gleich gestern nach der Urteilsverkündung veröffentlichten Pressemitteilung mit den Sätzen:
Bei dem Anruf handelt sich um einen erheblichen Verstoß des Klägers gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten. Aufgrund der ernsthaften und nachhaltigen Bedrohung seines Vorgesetzten ist der Beklagten eine Weiterbeschäftigung des Klägers unter Abwägung aller Umstände des Einzelfalles nicht weiter zumutbar. Aufgrund der Schwere der Pflichtverletzung war eine vorherige Abmahnung entbehrlich.

Dienstag, 16. August 2016

Bei Online-Diensten darf auch online gekündigt werden

Für Partnerbörsen im Internet hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass auch eine Kündigung online ermöglicht werden muss. Eine Klausel, die nur eine Kündigung per Brief oder Fax erlaubt, benachteiligt die Verbraucher unangemessen.
Urteil, Az.: III ZR 387/15.
Die Begründung:
Diese Klausel benachteiligt die Kunden unangemessen im Sinne des § 307 Abs. 1 BGB.
Anmerkungen:

1.
Vertiefend führt das Urteil, auf zwei ältere BGH-Entscheidungen hinweisend, aus:
„Unangemessen im Sinne des § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB ist eine Benachteiligung, wenn der Verwender durch einseitige Vertragsgestaltung missbräuchlich eigene Interessen auf Kosten seines Vertragspartners durchzusetzen versucht, ohne von vornherein auch dessen Belange hinreichend zu berücksichtigen und ihm einen angemessenen Ausgleich zuzugestehen. Es bedarf dabei einer umfassenden Würdigung der wechselseitigen Interessen, wobei die Abweichung vom dispositiven Recht Nachteile von einigem Gewicht begründen muss und Gegenstand, Zweck und Eigenart des Vertrags mit zu berücksichtigen sind.”
2.
§ 307 Abs. 1 BGB legt fest:
㤠307 Inhaltskontrolle
(1) Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind unwirksam, wenn sie den Vertragspartner des Verwenders entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligen. Eine unangemessene Benachteiligung kann sich auch daraus ergeben, dass die Bestimmung nicht klar und verständlich ist.
3.
Ergangen ist die Entscheidung, wie erwähnt, nur zu Partnerbörsen. Die Begründung: „entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen” trifft jedoch auch auf die meisten Kündigungen für Online-Dienste zu.
4.
Diejenigen, die gegen das gesetzliche Leistungsschutzrecht der Presseverleger - als zu ungenau formuliert - wettern, sollten sich als Beispiel § 307 Abs. 1 Satz 1 ansehen. Wer gar, wie kürzlich ein Start up-Verband, titelt, das Gesetz sei wegen einer angeblich zu ungenauen Formulierung des Leistungsschutzrechts „gescheitert”, verkennt die Gesetzgebung. Der Gesetzgeber kommt eben ohne unbestimmte Rechtsbegriffe nicht aus. „Entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen” lässt sich nicht klarer anwenden als gesetzliche Kriterien des Leistungsschutzrechts. Siehe zu Einzelheiten bitte über die Suchfunktion links mit Suchbegriffen wie „Leistungsschutzrecht”, „unbestimmte Rechtsbegriffe”, „Dezisionismus”.

Montag, 15. August 2016

Gesetzlicher Feiertag Mariä Himmelfahrt an unserem Standort München

Sonntag, 14. August 2016

Zum Sonntag: Hundedame muss jetzt wieder Bonny von Beelitz heißen

Vier Jahre hieß sie in München Lulu. Seine ersten Lebensmonate verbrachte der Dackel jedoch als Bonny von Beelitz in Ferch westlich von Berlin. Im Jahr 2012 war der junge Rauhaardackel einem Jäger aus Ferch in Brandenburg davongelaufen. Urlauber lasen den Hund ohne Marke und Halsband einen Tag später auf und nahmen ihn mit. Erst Jahre später erfuhren sie per Zufall von Lulus Herkunft. Es kam zum erbitterten Streit. Das Landgericht Potsdam entschied am 10.08.2016 (Az.: 6 S 18/16), der Hund müsse von München wieder nach Preußen.
Begründung:
Ein Tier sei eine Sache und für diese bestimme §985 des Bürgerlichen Gesetzbuches: "Der Eigentümer kann von dem Besitzer die Herausgabe der Sache verlangen". Eigentümer sei der Jäger aus Ferch geblieben. Was dem Wohl des Hundes und der Pflegefamilie entspreche, sei unerheblich.

Samstag, 13. August 2016

So kann man die Olympischen Spiele auch sehen

"Olympische Spiele: Eine wundervolle Gelegenheit, Zwietracht auch unter solchen Nationen zu stiften, die sonst keine Reibungsflächen haben.“
George Bernard Shaw (1856-1950), irischer Schriftsteller.
Anmerkung:
Shaw gilt als bedeutendster britischer Dramatiker seit William Shakespeare. Er ist als Bühnenautor, als Verfasser politischer Streitschriften sowie als Musik- und Theaterkritiker bekannt. Er führte eine umfangreiche literarische Korrespondenz.
Das 1913 erschienene Pygmalion wurde die Grundlage zum Musical und zum Film My Fair Lady.
Eine andere Bedeutung - wer wusste es?:
Shaw gilt als Mitbegründer der London School of Economics and Political Science (LSE) In der LSE erinnert die Shaw Library an George Bernard Shaw.

Freitag, 12. August 2016

Patientenverfügungen sollten aufgrund eines neuen Beschlusses des Bundesgerichtshofs überprüft werden

Gestern und auch schon vorgestern wurde in den Nachrichten gemeldet, dass der BGH eine Entscheidung zu Patientenverfügungen verkündet hat. Beschluss vom 6. Juli 2016 - XII ZB 61/16.
Da die Meldungen das Urteil meist nur kurz beschreiben konnten, geben wir nachfolgend die Leitsätze wieder. Am häufigsten werden aufgrund des Leitsatzes c) Verfügungen geändert werden müssen. Hervorhebungen von uns:
a) Der Bevollmächtigte kann in eine der in § 1904 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 BGB genannten Maßnahmen nur einwilligen, nicht einwilligen oder die Einwilligung widerrufen, wenn der Vollmachttext hinreichend klar umschreibt, dass sich die Ent-scheidungskompetenz des Bevollmächtigten auf die im Gesetz genannten ärztlichen Maßnahmen sowie darauf bezieht, sie zu unterlassen oder am Betroffenen vornehmen zu lassen. Hierzu muss aus der Vollmacht auch deutlich werden, dass die jeweilige Entscheidung mit der begründeten Gefahr des Todes oder eines schweren und länger dauernden gesundheitlichen Schadens verbunden sein kann.
b) Einem für einen Betroffenen bestehenden Betreuungsbedarf wird im Zusammenhang mit der Entscheidung zur Durchführung von lebensverlängernden Maßnahmen im Sinne des § 1904 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 BGB durch eine Bevollmächtigung erst dann nicht ausreichend Genüge getan, wenn offenkundig ist, dass der Bevollmächtigte sich mit seiner Entscheidung über den Willen des Betroffenen hinwegsetzen würde.
c) Die schriftliche Äußerung, "keine lebenserhaltenden Maßnahmen" zu wünschen, enthält für sich genommen nicht die für eine bindende Patientenverfügung notwendige konkrete Behandlungsentscheidung des Betroffenen. Die insoweit erforderliche Konkretisierung kann aber gegebenenfalls durch die Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen oder die Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen erfolgen.

Donnerstag, 11. August 2016

Was ist am Arbeitsplatz erlaubt, was ist tabu?

So betitelt die Ausgabe 34/2016 der FREIZEIT REVUE das „Rechtsthema der Woche”. Weitere Informationen finden Sie im FREIZEIT REVUE Ratgeber Recht.

Mittwoch, 10. August 2016

Live Video-Chat

Heute um 18:00 Uhr Mein schöner Garten Live Video-Chat zum Thema: „Wann und wo darf ich eine Videokamera zur Überwachung meines Grundstücks installieren? Worauf muss ich bei der Kameraeinstellung achten?”. Es referiert Rechtsanwältin Andrea Schweizer.

Dienstag, 9. August 2016

Warum auch nicht? Online-Händler muss grundsätzlich für seine Angaben gerade stehen, auch wenn er sie von einem Anderen, zum Beispiel Amazon, übernimmt

So hat der Bundesgerichtshof in einem - erst in diesem Monat veröffentlichten - Urteil vom 3.März 2016 - I ZR 110/15 - entschieden.
Der Fall
Vom Händler wurde zu einer Armbanduhr "unverbindliche Preisempfehlung" durchgestrichen und angegeben: „Sie sparen: EUR 20,00 (50%)”. Diese Angabe hatte nicht der Anbieter gemacht, sondern Amazon. Ein Mitbewerber verklagte den Anbieter, weil die Uhr zu dem Zeitpunkt ein Auslaufmodell war, das in den Preislisten des Fachhandels nicht mehr geführt wurde.
Die Urteilsbegründung
Unter Hinweis auf seine ständige Rechtsprechung führt der BGH aus:
Schuldner der in § 8 Abs. 1 UWG geregelten Abwehransprüche ist jeder, der durch sein Verhalten den objektiven Tatbestand einer Zuwiderhandlung selbst, durch einen anderen oder gemeinschaftlich mit einem anderen adäquat kausal verwirklicht oder sich als Teilnehmer an der deliktischen Handlung eines Dritten beteiligt.
Anmerkung
§ 8 Abs. 1 bestimmt:
(1) Wer eine nach § 3 oder § 7 unzulässige geschäftliche Handlung vornimmt, kann auf Beseitigung und bei Wiederholungsgefahr auf Unterlassung in Anspruch genommen werden. Der Anspruch auf Unterlassung besteht bereits dann, wenn eine derartige Zuwiderhandlung gegen § 3 oder § 7 droht.

Montag, 8. August 2016

Ein Urteil gegen „beliebtes” Versteckspiel zur automatischen Vertragsverlängerung

Entschieden hat das Landgericht Berlin mit einem soeben bekannt gegebenen Urteil vom 30.06.2016 (Az.: 52 O 340/15).
Der Fall
Geworben wurde mit einer 14-tägigen Premiummitgliedschaft zum anlockenden Preis von einem Euro. Der Vertrag sollte sich automatisch um sechs Monate zum Preis von 89,90 Euro im Monat verlängern, sofern der Kunde nicht fristgemäß kündigt.
Wie und bis wann man kündigen musste, wurde erst in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen mitgeteilt, zu denen ein Link führte.
Das Urteil, das sich im Ergebnis von selbst versteht
Maßgeblich sind: Art. 246a § 1 Abs.1 Satz1 Nr. 11 EGBGB iVb mit §312d Abs.1 BGB. Der Hinweis muss somit unmittelbar vor Vertragsabschluss klar und verständlich darüber informieren, wie der sich sonst automatisch verlängernde Vertrag gekündigt werden muss. Das heißt: Auf der Webseite ist anzugeben, wie und mit welcher Frist zu kündigen ist. Ein bloßer Verweis auf die AGB des Unternehmens reicht hierfür nicht aus.
Anmerkungen:
1.
§ 312d Abs. 1 bestimmt:
Informationspflichten
(1) Bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen und bei Fernabsatzverträgen ist der Unternehmer verpflichtet, den Verbraucher nach Maßgabe des Artikels 246a des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche zu informieren. Die in Erfüllung dieser Pflicht gemachten Angaben des Unternehmers werden Inhalt des Vertrags, es sei denn, die Vertragsparteien haben ausdrücklich etwas anderes vereinbart.
2.
Vor Inkrafttreten der im Urteil aufgeführten Paragrafen hätte das gleiche Urteil aus §§ 133,157, 242 BGB (Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte) abgeleitet werden müssen.
3.
Die Entscheidung erging zu Verträgen von Dating Portalen. Sie muss nach dem Sinn und Zweck der hier interessierenden Bestimmungen - oben 1. und 2. - grundsätzlich allgemein gelten.

Sonntag, 7. August 2016
Samstag, 6. August 2016

Ehemann trinkt nicht

Aus dem neuesten Playboy,08/16:
Für Ihren Dackel kauft Frauchen einen Trinknapf. Der Verkäufer fragt, ob sie die Inschrift: „Für den Hund” wünscht. - „Nicht nötig, mein Hund kann nicht lesen, und mein Mann trinkt kein Wasser.”
Alle älteren Meldungen finden Sie in der
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25. Aug. 2016, 13:23 Uhr
Kontakt
Kontakt Telefon: +49 – (0)89 - 928085-0 Telefax: +49 – (0)89 - 928085-85 Anschrift:	Kanzlei Prof. Schweizer
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Gestartet Juli 2002
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Gestartet am 16.09.2002
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Gestartet am 12.03.2003
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